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Gesundheitszustand der Bevölkerung der Woiwodschaft Lodz

 

Im Bezug auf die Fläche ist die Woiwodschaft Lodz die neuntgrößte Woiwodschaft in Polen Sie besteht aus 21 Landkreisen, 3 Stadtkreisen und 177 Gemeinden (18 Stadt-, 135 Dorf- und 24 Stadt- und Dorfgemeinden). Am 31. Dezember 2004 betrug die Einwohnerzahl 2 587 702 (die sechste Stelle in Polen).

Die Durchschnittliche Bevölkerungsdichte betrug 143 Personen/km2 (Polen 122 Personen/km2) und war entschieden größer auf den Stadtgebieten (1500/km2) als auf dem Lande (53/km2). Die Bevölkerungsdichte der Kreise schwankte zwischen 49 Personen/km2 im Kreis Poddębice und 244 Personen/km2 im Kreis Pabianice. Die Mehrheit der Einwohner der Woiwodschaft Lodz, 64,7% der Gesamtzahl (1 674 882), wohnte in den Städten, die Dorfgebiete wurden von 35,3% (912 820) bewohnt. 52,3% der gesamten Bevölkerung der Woiwodschaft (1 353 956) waren weiblich, 47,7% (1 233 746) männlich. Pro 100 Männer gab es 110 Frauen, wobei der Frauenanteil in den Städten höher (114 Frauen pro 100 Männer) als auf dem Lande (101 Frauen pro 100 Männer) war.

Demographische Prognosen für die Woiwodschaft und einzelne Kreise, die vom Statistischen Hauptamt für die Jahre 2005, 2010, 2015 und 2020 erstellt, beweisen, dass die Einwohnerzahl systematisch senken wird. Bis 2020 wird die Anzahl der Einwohner der Woiwodschaft Lodz um 177.273 Personen, darunter 79 498 Männer und 92 775 Frauen niedriger. Aller Voraussicht nach wird die Einwohnerzahl nur in zwei Kreisen der Woiwodschaft (Bełchatów und Lodz-Ost) im Vergleich mit dem Jahre 2003 ansteigen. Die demographischen Prognosen betreffs der Altersstruktur weisen auf eine wesentliche Senkung des Anteils an Kindern und Jugendlichen (um ca. 150 Tausend) und eine Steigerung der Anteil an Einwohnern im Rentenalter (um ca. 167 Tausend) hin.

Die Alterung der Bevölkerung ist ein typisches demografisches Merkmal der Lodzer Region . In den letzten Jahren ist der Anteil an Kindern und Jugendlichen ständig gesunken und der Anteil an Einwohnern im Rentenalter gestiegen. Im Jahre 2003 betrug der Prozentsatz an Kindern und Jugendlichen 19,9 % der Bevölkerung (in Polen 21,9%), an Menschen im arbeitsfähigen Alter 63,0% (in Polen 62,9%) und an Menschen im Rentenalter 17,1% (in Polen 15,2%). Unter Kindern und Jugendlichen sowie der Menschen im arbeitsfähigen Alter überwiegen die Männer (entsprechend 21,35% und 67,4% der Bevölkerung in der gegebenen Altersgruppe), im Rentenalter dagegen bilden Frauen die Mehrheit (22,5%).

Die in der Woiwodschaft beobachtete Alterungstendenz hat einen wesentlichen Einfluss auf die Beschaffenheit der Morbidität und Prävalenz von Krankheiten, vor allem von Kreislaufbeschwerden, Tumoren, Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Verdauungssystems und Bewegungsapparats. Weil die Menschen im Rentenalter am häufigsten verschiedene medizinische Leistungen nutzen, beeinflusst auch diese Konstellation direkt die Anzahl sowohl der ambulanten als auch der stationären medizinischen Dienstleistungen.

Im Jahre 2004 wurden in der Woiwodschaft Lodz 22 473 Geburtsfälle (um 697 mehr als 2003) und 30 463 Sterbefälle (um 404 weniger als 2003) beurkundet. Die meisten Kinder wurden in der Stadt Lodz und in Zgierz geboren, die Anzahl der Todesfälle war aber in denselben Kreisen auch am größten. Im Jahre 2004 betrug die Geburtenrate bezogen auf 1000 Einwohner der Woiwodschaft 8,65% und war höher als im vergangenen Jahr. Es ist zu unterstreichen, dass in den Jahren 2001-2003 eine deutlich rückgängige Tendenz bestand. Im Jahre 2004 erreichte die Geburtenrate 9,5% auf dem Lande und 8,19 % in der Stadt. Im Bezug auf die Geburtenrate war die Woiwodschaft Lodz auf der vorletzten Stelle in Polen (der Faktor für Gesamtpolen betrug 9,20%). Anhand der Strukturanalyse der Geburten nach dem Geburtsgewicht in Polen 2003 ist festzustellen, dass in der Woiwodschaft Lodz der größte Anteil an Neugeborenen mit einem niedrigen Geburtsgewicht beurkundet wurde, und zwar 6,95% bei einem Durchschnittswert von 5,93% für ganz Polen. 

Im Jahre 2003 betrug die Fertilitätsrate, d.h. die Anzahl der Geburtsfälle pro 1000 Frauen in der Altersgruppe von 15-49 Jahren 32,8% und war niedriger als in den Jahren 1999-2002. Im Vergleich mit der Situation in ganz Polen waren die Fertilitätsraten in fast allen Altersgruppen niedriger als in anderen Staatsgebieten. Die Ausnahme war die Gruppe der Frauen im Alter von 20-24 Jahren, dort betrug die Fertilitätsrate 89,3% und war ein wenig höher als in Polen insgesamt (88,1%).

Nach einer in den Jahren 2000-2002 beurkundeten Senkung der Sterbefälle, ist ihre Anzahl 2003 wieder gestiegen. Auf dem Gebiet der Woiwodschaft Lodz wurden 30 867 Sterbefälle, d.h. um 280 mehr als 2002 (um 620 weniger als 2001; um 1094 weniger als 2000) registriert. Im Jahre 2003 war die Sterberate im Bezug auf 1.000 Einwohner in der Woiwodschaft Lodz die höchste in Polen (Polen – ca. 9,6/1000 Einwohner) und betrug 11,8%. In der Zeitspanne 2001-2002 betrug sie entsprechend 11,9% im Jahre 2001 und 11,7% im Jahre 2002. Die Sterberate war im Bezug auf 1000 Einwohner entschieden höher in Dorfgebieten als in den Städten (entsprechend 12,6 und 11,5), wie auch unter Männern als unter Frauen (12,9% versus 10,9%). In der Woiwodschaft ist die sog. Übersterblichkeit der Männer stark ausgeprägt, d. h. die Anzahl der Sterbefälle unter Männern ist viel größer als unter Frauen. Die Männer sterben öfter in fast allen Altersgruppen, wobei die Unterschiede sogar einige hundert Prozent erreichen.

Die natürliche Wachstumsratein der Woiwodschaft betrug in absoluten Werten (-7 990), d.h. (-3,08%)/1000 Einwohner und war die niedrigste in Polen. In den Dörfern der Woiwodschaft Lodz betrug sie (-2655), d.h. (-2,98)/1000 Einwohner, in den Städten (-5335), d.h.(-3,18)/1000. Die niedrigsten natürliche Wachstumsrate wurde 2004 in Lodz  (-5,84) festgestellt.

Im Jahre 2004 wurden in der Woiwodschaft Lodz 124 Sterbefälle unter Säuglingen (um 29% weniger als 2003) beurkundet. Die Sterberate der Säuglinge im Bezug auf 1000 Geburtsfälle sank von 7,03% im Jahre 2003 auf 5,52%, wobei sie in den Städten (7,19) betrug und höher als in den Dörfern (6,77) war. Im Jahre 2003 betrug diese Kennziffer für ganz Polen 7,04%. Die Hauptursache der Sterbefälle unter Säuglingen waren Krankheitszustände in der perinatalen Periode (über 53% der Sterbefälle unter Säuglingen) sowie Geburtsfehler (30,9%). 

Im Jahre 2003 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in der Woiwodschaft Lodz: für einen männlichen Neugeborenen - 68,96, für einen weiblichen Neugeborenen - 78,06 Jahre. Die  beiden Kennziffer waren niedriger als der Durchschnittswert für Polen (Männer - 70,52 Jahre, Frauen - 78,9) und am niedrigsten in Polen. Vergleichsweise betrug 2002 in der Woiwodschaft Lodz die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburten: 68,48 Jahre für Männer und 77,85 Jahre für Frauen.

Im Jahre 2004 betrug in der Woiwodschaft das Durchschnittsalter der Gestorbenen 68,86 Jahre, darunter Männer 65,49 und Frauen 72,63. Es ist zu unterstreichen, dass die Stadtbewohner (Durchschnittsalter der Gestorbenen 68,23 Jahre) früher als Dörfler (Durchschnittsalter der Gestorbenen 69,91 Jahre) starben. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen stieg in den letzten Jahren ständig an. Im Jahre 2001 betrug das Durchschnittsalter der Gestorbenen 68,14 Jahre (Männer - 64,73, Frauen  - 71,96; Stadtbewohner - 67,27 Jahre, Dörfler - 69,63 Jahre). Das Jahr 2004 störte diese Tendenz, hoffentlich handelt es ich hierbei jedoch um ein Zwischenergebnis, das den Trend in den nächsten Jahren nicht ändern wird.


 
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